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  • Zehn Thesen zur Softwarekunst
    Spielmodifikationen 9 und experimentelle Browser 10 so geht es in ihnen eben nicht um ästhetische Autonomie algorithmischer Prozesse sondern um deren Bruch durch irritative Verkoppelung von Software Spielern und Netzwerkdaten Auch ist in generativer Kunst nach Galanters Definition Software nur eines mehrerer möglicher Mittel das statt selbst Kunstwerk zu sein auch bloß zu ihm beitragen kann so also wie viele computergestützte Künste einschließlich elektronischer Musik Software nicht als Teil ihrer Ästhetik begreifen sondern im Hintergrund agieren lassen Umgekehrt verfehlt Softwarekunst ihrerseits das Kriterium des generativen oder erfüllt es nur im metaphorischen nicht im technischen Sinn dann etwa wenn sie wie in Codeworks dysfunktionale und imaginäre Software schreibt 7 Softwarekunst ensteht nicht im Vakuum sondern als Teil einer Softwarekultur Wenn also neuere Softwarekunst Software weniger als generative Prozeßsteuerung auffaßt denn als Spielmaterial liest sie sie auch nicht mehr wie in klassischer konzeptueller und generativer Kunst als reine Syntax sondern als etwas semantisches das ästhetisch kulturell und auch politisch besetzt ist 11 War Softwarekultur 1970 wie von Burnhams Software Ausstellung mit ihrer Konfrontation von Konzeptkunst und Forschungslabor Softwareentwicklung dokumentiert eine akademische Angelegenheit und auch Hackertum noch auf Eliteinstitute des MIT und in Berkeley beschränkt existiert heute nicht nur eine Massenkultur und Alltagsästhetik der Software Wie zum Beispiel die Debatten um Freie Software Softwaremonopole Logikpatente oder Nutzer Ausspionierungs Programme zeigen ist Software auch zunehmend zum Politikum geworden Eine Kulturkritik der Software existiert trotzdem erst in verstreuten Ansätzen zum Beispiel in den Aufsätzen von Wolfgang Hagen Matthew Fuller sowie auf der von Jeremy Hunsinger initiierten Mailingliste softwareandculture 12 8 Softwarekunst ist keine Programmierer Kunst Der Graben zwischen Nutzung und Programmierung von Computern ist historisches Resultat der ikonischen Bedienoberfläche und ihrer Kommerzialisierung durch Apple und Microsoft die beide Operationsweisen erstmals verschiedene Medien zuordneten ikonische Bilder der Nutzung und alphanumerischen Text der Programmierung Dadurch erst wurde die Programmierung von Computern zur schwarzen Kunst und zum vermeintlich elitären Spezialwissen verklärt 13 Programmierer haben diesen Mythos ihrerseits kultiviert und das ideologische Erbe des späten 18 Jahrhunderts angetreten indem sie mit dem Hacker einen Wiedergänger des romantischen Genies kreierten So birgt jeder Diskurs über Softwarekunst Gefahr seinerseits Programmierer Geniekult zu betreiben Dem entgegen stehen imaginäre simulierte und dysfunktionale Software sowie simple von Laien durchführbare Manipulationen bestehender Software 14 Wenn Software nicht nur Werkstoff von Softwarekunst sein kann sondern auch ihr Reflexionsgegenstand so kann diese Reflexion darüber hinaus in völlig andere Materialien als Software gefaßt werden wie es z B die auf dem browserday Festival 2001 präsentierte Arbeit n info von Julia Guther und Jakob Lehr demonstriert ein Browser in der Form eines tragbaren Fensterrahmens der die Rhetorik ikonischer PC Software exakt umkehrt indem er ein analoges Werkzeug als Metapher einer digitalen Software ausweist und damit die Softwareanwendung des Web Browsing als Kulturtechnik Wahrnehmungs und Denkweise exponiert 15 Nichts spricht also gegen Softwarekunst in der Form z B eines gemalten Bildes 9 Genre Schablonen könnten Softwarekunst uninteressant werden lassen Die Gefahr in Stereotypen zu erstarren existiert selbstredend auch in Kunstformen die wie etwa Fluxus sich nicht durch spezifische Materialien definieren

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  • und experimentelle Browser 10 so geht es in ihnen eben nicht um ästhetische Autonomie algorithmischer Prozesse sondern um deren Bruch durch irritative Verkoppelung von Software Spielern und Netzwerkdaten Auch ist in generativer Kunst nach Galanters Definition Software nur eines mehrerer möglicher Mittel das statt selbst Kunstwerk zu sein auch bloß zu ihm beitragen kann so also wie viele computergestützte Künste einschließlich elektronischer Musik Software nicht als Teil ihrer Ästhetik begreifen sondern im Hintergrund agieren lassen Umgekehrt verfehlt Softwarekunst ihrerseits das Kriterium des generativen oder erfüllt es nur im metaphorischen nicht im technischen Sinn dann etwa wenn sie wie in Codeworks dysfunktionale und imaginäre Software schreibt 7 Softwarekunst ensteht nicht im Vakuum sondern als Teil einer Softwarekultur Wenn also neuere Softwarekunst Software weniger als generative Prozeßsteuerung auffaßt denn als Spielmaterial liest sie sie auch nicht mehr wie in klassischer konzeptueller und generativer Kunst als reine Syntax sondern als etwas semantisches das ästhetisch kulturell und auch politisch besetzt ist 11 War Softwarekultur 1970 wie von Burnhams Software Ausstellung mit ihrer Konfrontation von Konzeptkunst und Forschungslabor Softwareentwicklung dokumentiert eine akademische Angelegenheit und auch Hackertum noch auf Eliteinstitute des MIT und in Berkeley beschränkt existiert heute nicht nur eine Massenkultur und Alltagsästhetik der Software Wie zum Beispiel die Debatten um Freie Software Softwaremonopole Logikpatente oder Nutzer Ausspionierungs Programme zeigen ist Software auch zunehmend zum Politikum geworden Eine Kulturkritik der Software existiert trotzdem erst in verstreuten Ansätzen zum Beispiel in den Aufsätzen von Wolfgang Hagen Matthew Fuller sowie auf der von Jeremy Hunsinger initiierten Mailingliste softwareandculture 12 8 Softwarekunst ist keine Programmierer Kunst Der Graben zwischen Nutzung und Programmierung von Computern ist historisches Resultat der ikonischen Bedienoberfläche und ihrer Kommerzialisierung durch Apple und Microsoft die beide Operationsweisen erstmals verschiedene Medien zuordneten ikonische Bilder der Nutzung und alphanumerischen Text der Programmierung Dadurch erst wurde die Programmierung von Computern zur schwarzen Kunst und zum vermeintlich elitären Spezialwissen verklärt 13 Programmierer haben diesen Mythos ihrerseits kultiviert und das ideologische Erbe des späten 18 Jahrhunderts angetreten indem sie mit dem Hacker einen Wiedergänger des romantischen Genies kreierten So birgt jeder Diskurs über Softwarekunst Gefahr seinerseits Programmierer Geniekult zu betreiben Dem entgegen stehen imaginäre simulierte und dysfunktionale Software sowie simple von Laien durchführbare Manipulationen bestehender Software 14 Wenn Software nicht nur Werkstoff von Softwarekunst sein kann sondern auch ihr Reflexionsgegenstand so kann diese Reflexion darüber hinaus in völlig andere Materialien als Software gefaßt werden wie es z B die auf dem browserday Festival 2001 präsentierte Arbeit n info von Julia Guther und Jakob Lehr demonstriert ein Browser in der Form eines tragbaren Fensterrahmens der die Rhetorik ikonischer PC Software exakt umkehrt indem er ein analoges Werkzeug als Metapher einer digitalen Software ausweist und damit die Softwareanwendung des Web Browsing als Kulturtechnik Wahrnehmungs und Denkweise exponiert 15 Nichts spricht also gegen Softwarekunst in der Form z B eines gemalten Bildes 9 Genre Schablonen könnten Softwarekunst uninteressant werden lassen Die Gefahr in Stereotypen zu erstarren existiert selbstredend auch in Kunstformen die wie etwa Fluxus sich nicht durch spezifische Materialien definieren Dennoch Softwarekunst

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  • Ten Theses about Software Art
    work of art 7 It is true that software art may involve autonomy in a sequence of events as it had also been described in Jack Burnham s essays strongly influenced by cybernetics and general systems theory from the 1960s 8 for example as running code in the guise of classic PC user software or also as unambiguous formal instructions as in walk But if one looks at popular sub genres of software art like game modifications 9 and experimental browsers 10 these are not concerned with the aesthetic autonomy of algorithmic processes but with interrupting these by means of irritative couplings of software humans and network data In generative art according to Galanter s definition software is only one of several possible means which rather than being an artwork in itself may only contribute to it in the same way that many computer aided arts including electronic music do not see software as part of their aesthetics but permit it to work in the background For its part software art fails to meet the criterion of the generative or it only fulfils this in the metaphorical rather than the technical sense when it writes as in codeworks for example dysfunctional and imaginary software Software art is not being made in a vacuum but as part of a software culture If recent software art does not understand software as generative process control but as material for play it no longer reads it as in classic conceptual and generative art as pure syntax but as something semantic something that is aesthetically culturally and politically charged 11 While software culture in 1970 as is documented by Burnham s Software exhibition with its confrontation of concept art and research laboratory software development was an academic matter and even hacker culture was limited to elite institutes such as MIT and Berkeley today there is not only a mass culture and everyday aesthetics of software As is indicated for example by the debates on Free Software software monopolies software patents adware and spyware software has become an increasingly political matter However cultural criticism of software only exists in scattered efforts for example in essays by Wolfgang Hagen and Matthew Fuller and on the mailing list softwareandculture initiated by Jeremy Hunsinger 12 Software art is not programmer s art Historically the gap between the using and programming computers results from the iconic user interface and its commercialization by Apple and Microsoft which for the first time assigned the two methods of operation different media iconic images to usage and alphanumerical text to programmation It was only in this way that the programming of computers became a black art mystified as a supposedly elitist specialist knowledge 13 Programmers have of course cultivated this myth taking over the ideological heritage of the late 18th century by creating in the hacker a reincarnation of the romantic genius Every discourse on software art therefore is in danger of continuing the cult of the programming genius This is countered by imaginary

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  • 7 It is true that software art may involve autonomy in a sequence of events as it had also been described in Jack Burnham s essays strongly influenced by cybernetics and general systems theory from the 1960s 8 for example as running code in the guise of classic PC user software or also as unambiguous formal instructions as in walk But if one looks at popular sub genres of software art like game modifications 9 and experimental browsers 10 these are not concerned with the aesthetic autonomy of algorithmic processes but with interrupting these by means of irritative couplings of software humans and network data In generative art according to Galanter s definition software is only one of several possible means which rather than being an artwork in itself may only contribute to it in the same way that many computer aided arts including electronic music do not see software as part of their aesthetics but permit it to work in the background For its part software art fails to meet the criterion of the generative or it only fulfils this in the metaphorical rather than the technical sense when it writes as in codeworks for example dysfunctional and imaginary software Software art is not being made in a vacuum but as part of a software culture If recent software art does not understand software as generative process control but as material for play it no longer reads it as in classic conceptual and generative art as pure syntax but as something semantic something that is aesthetically culturally and politically charged 11 While software culture in 1970 as is documented by Burnham s Software exhibition with its confrontation of concept art and research laboratory software development was an academic matter and even hacker culture was limited to elite institutes such as MIT and Berkeley today there is not only a mass culture and everyday aesthetics of software As is indicated for example by the debates on Free Software software monopolies software patents adware and spyware software has become an increasingly political matter However cultural criticism of software only exists in scattered efforts for example in essays by Wolfgang Hagen and Matthew Fuller and on the mailing list softwareandculture initiated by Jeremy Hunsinger 12 Software art is not programmer s art Historically the gap between the using and programming computers results from the iconic user interface and its commercialization by Apple and Microsoft which for the first time assigned the two methods of operation different media iconic images to usage and alphanumerical text to programmation It was only in this way that the programming of computers became a black art mystified as a supposedly elitist specialist knowledge 13 Programmers have of course cultivated this myth taking over the ideological heritage of the late 18th century by creating in the hacker a reincarnation of the romantic genius Every discourse on software art therefore is in danger of continuing the cult of the programming genius This is countered by imaginary simulated and dysfunctional

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  • Florian Cramer E Mail fc at plaintext cc Web http cramer plaintext cc Gopher gopher cramer plaintext cc phone 31 6 38450481

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  • Index of /all/alvin_lucier_sprechschleifen
    lucier sprechschleifen txt 24 Oct 2002 23 57 32K alvin lucier sprechschleifen tex 24 Oct 2002 23 54 31K alvin lucier sprechschleifen rtf 24 Oct 2002 23 56 44K alvin lucier sprechschleifen pdf 24 Oct 2002 23 57 63K alvin

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  • Index of /all/alvin_lucier_sprechschleifen/images
    all alvin lucier sprechschleifen images Name Last modified Size Description Parent Directory hofstadter png 21 Sep 2005 22 30 21K Apache 2 2 22 Debian Server at cramer pleintekst nl

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  • Index of /all/anticopyright_in_kuenstlerischen_subkulturen
    Parent Directory images 07 Apr 2007 16 15 anticopyright in kuenstlerischen subkulturen txt 09 Aug 2001 14 29 60K anticopyright in kuenstlerischen subkulturen tex 09 Aug 2001 14 29 32K anticopyright in kuenstlerischen subkulturen html 09 Aug 2001 14 29

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