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  • gibt so daß die Tatsache daß ein Programm gut funktioniert keine oder nur mittelbare Schlüsse auf die Qualität seines Quellcodes erlaubt In kommerzieller Softwareentwicklung heißen Software Entwürfe rapid prototypes und sind Skizzierungen einer Software in einer einfach zu programmierenden Sprache die aber nur langsam laufende Programme erzeugt es gibt Bananensoftware die unvollkommen ausgeliefert wird und beim Kunden reift und Vaporware die nur in der Form einer Produktankündigung existiert um Aufmerksamkeit auf sich selbst zu lenken und Kunden präventiv von bereits verfügbaren Konkurrenzprodukten abzuhalten Die Prozessualität von Software drückt sich nicht zuletzt darin aus daß Computerprogramme mit Versionsnummern versehen werden und Programmierer Versionskontrollsoftware einsetzen die Änderungen am Code sukzessiv registriert synchronisiert und gegebenenfalls rückgängig macht Auch digitale Kunst und Aufsätze im Netz werden zunehmend mit Versionsnummern versehen Der Software Jury des selbst versionsnumerierten Festivals transmediale 01 lag das Computerprogramm Signwave Autoillustrator von Adrian Ward eine Graphiksoftware deren Werkzeuge ihren äußeren Anschein subvertieren indem sie algorithmisches Eigenleben entwickeln in einem Entwicklungsstand vor den heutige Versionen weit hinter sich gelassen haben und deshalb für interessierte Kuratoren oder Kunsthistoriker nur schwer rekonstruierbar wäre So gibt es immer noch gute Gründe digitalen Codes einen Verlust von Inskription zu attestieren wie es die brasilianische Autorin und Netzkünstlerin Giselle Beiguelman tut 8 Dieser Verlust unterscheidet sich zwar nicht von der altbekannten Instabilität mündlich überlieferter Literatur sowie musikalischer und theatraler Aufführungen Neu ist daß er auch maschinell veröffentlichte und massenreproduzierte Schrift betrifft Die gängige programmiertechnische Methode der Eindämmung von Code Instabilität ist verschiedene Funktionseinheiten der Software voneinander zu trennen so daß nur die Schnittstellen an denen ein Programmteil einem anderen Daten übermittelt stabil bleiben müssen nicht jedoch die Programmteile selbst Was hier Schnittstelle oder API für Application Interface heißt hat wenig mit dem medienwissenschaftlichen Verständnis des Interface als audiovisuell taktiler Koppelung von Menschen und Maschinen zu tun sondern entspricht in literaturwissenschaftlicher Terminologie einem Paratext wie z B der alphabetischen Organisation und Querverweisstruktur eines Lexikons die als stabile Struktur den instabilen Code von Artikeln verbindet die über Auflagen hinweg umgeschrieben werden Bereits die Unterscheidung von Programmen und Daten bezeichnet solche eine Schnittstelle Ein digitales Photo zum Beispiel ist eine digitale Codierung von Farb Pixeln die erst mittels algorithmischer Hilfe des Computerbetriebssystems in elektrische Spannungen umgewandelt wird die einen Bildschirm oder einen Drucker das Photo zeichnen lassen Bloße Konvention ist es nicht die Steueralgorithmen selbst in die digitale Speicherung des Bilds einzubetten sondern diese Algorithmen in ein Programm oder Betriebssystem zu separieren 9 Beispiele computertechnisch normierter Schnittstellen sind Dateiformate z B die Kopfzeilen einer E Mail Nachricht und Netzwerkprotokolle Wenn Schnittstellen systemübergreifend und herstellerunabhängig genutzt werden sollen werden sie von Industriegremien wie der IETF Internet Engineering Taskforce oder dem W3C World Wide Web Consortium analog zu DIN oder ISO Normen schriftlich spezifiziert und nicht selten durch eine Referenzimplementation in Gestalt eines Computerprogramms ergänzt um weitere Implementationen zu ermöglichen E Mail zum Beispiel ist im Dokument RFC 822 standardisiert erlebte seine Referenzimplementation in den 1970er Jahren durch das Unix Kommando mail und kennt heute zahllose konkurrierende Implementationen in Form von Programmen wie Eudora Outlook Express oder Mozilla Mail Trotz der Veränderbarkeit von Bits und Bytes existieren in der Softwareentwicklung also vielfältige Unterscheidungen von Entwurf und Werk deren Schwelle jedoch nicht ein Wechsel des Materials markiert Das Material aller Computerprogramme bleiben als Nullen und Einsen abgelegte Algorithmen ihre Übertragungs und Speichermedien jedoch wechseln von elektrischem Strom im Chip zu magnetischer Ladung auf der Festplatte oder Diskette Funkwellen in drahtlosen Netzen optischen Markierungen auf CD oder DVD Speichern oder sogar gebundenem Papier in Ausdrucken und Handbüchern Softwarekunst Definiert man Software als ausführbare formale Anweisung oder logische Partitur dann beschränkt sich sie nicht auf Computer Die erste in deutscher Umgangssprache verfaßte Anweisung zur Herstellung des dadaistischen Zufallsgedichts ist nicht minder Software denn ihre drei Übersetzungen in die Programmiersprache Perl solange ihre Instruktionen gleichermaßen von einem Menschen und von einer Maschine ausgeführt werden können So wäre auch eine Klavierpartitur dann Software wenn sowohl ein Pianist als auch ein mechanisches Klavier ihren Code in Musik umsetzen können Umgekehrt ist auch der Perl Quellcode des dadaistischen Zufallsgedichts les und ausführbar ohne daß man dafür eine Maschine bräuchte Da jeder Algorithmus bis zu einem kritischen Komplexitätsgrad auch mental ausgeführt werden kann wie es vor der Erfindung des Computers üblich war gibt es Software ohne Hardware Ein Beispiel dafür sind Programmierhandbücher Der Quellcodes der in ihnen abgedruckt ist wird nur selten auf Maschinen ausgeführt sondern dient dem Leser als Beispiel dem er intellektuell folgt 10 Statt Hugo Balls Karawane in Computerprogramme umzuformen könnten auch einige historische Dada Texte allen voran Tristan Tzaras Anleitung zur Abfassung eines dadaistischen Gedichts durch zufälliges Vertauschen von Wörtern eines Zeitungsartikels als Software gelesen werden Um ein dadaistisches Gedicht zu machen Nehmt eine Zeitung Nehmt Scheren Wählt in dieser Zeitung einen Artikel von der Länge aus die Ihr Eurem Gedicht zu geben beabsichtigt Schneidet den Artikel aus Schneidet dann sorgfältig jedes Wort dieses Artikels aus und gebt sie in eine Tüte Schüttelt leicht Nehmt dann einen Schnipsel nach dem anderen heraus Schreibt gewissenhaft ab in der Reihenfolge in der sie aus der Tüte gekommen sind Das Gedicht wird Euch ähneln Und damit seid Ihr ein unendlich origineller Schriftsteller mit einer charmanten wenn auch von den Leuten unverstandenen Sensibilität 11 Tzaras Anleitung ist ein Algorithmus Software die ebenso für einen Computer geschrieben sein könnte 12 Übersetzte man diese Anleitung aus dem Deutschen oder originalen Französischen in ein Perl oder C Programm würde nicht Kunst in Software umgesetzt sondern eine nicht maschinelle in eine maschinelle Softwarekunst transkribiert vergleichbar etwa mit den formal kombinatorischen Kompositionsverfahren der seriellen Musik des 20 Jahrhunderts in denen der Nucleus programmierter Computermusik bereits angelegt war Zugegebenermaßen ist der Begriff der Software historisch jünger als die Kunst auf die er hier rückwirkend angewendet wurde Was Software ist und in welchem Verhältnis sie zu den zeitgenössischen Künsten steht ist eine Frage die sich erstmals der Kunstkritiker und theoretiker Jack Burnham stellte als er 1970 eine Ausstellung mit dem Titel Software im New Yorker Jewish Museum kuratierte Software gilt heute als erste Präsentation der Concept Art

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  • more formally like this 1 Count the number of pages of your newspaper 2 Choose a random number between 1 and the number of newspaper pages 3 Pick the page that bears the random number you chose 4 Count the number of articles on the page you picked 5 Choose a random number between 1 and the number of articles on the page 6 Pick the article whose position relative to the others corresponds to the random number you chose 7 Cut out all single words of the article you picked 8 Count the number of words you cut out 9 Take blank piece of paper 10 Repeat the following until no words are left a Choose a random number between 1 and the number of words you counted b Pick the word whose position in the article corresponds to the random number you chose c Write down the word you picked onto the piece of paper d Reduce the number of words you counted by one 11 The poem is finished These English instructions could be transcribed almost line by line into a computer program This is what they would look like in the programming language Perl which I chose for the sake of simplicity This is if not a complex yet still a very typical program sourcecode using loops and conditional statements In case you didn t know about computer programming yet you have just made a crash course in it and know all the basics Our transcription of Tzara s poem from English to Perl was not a transcription of something into software but a transcription of a non machine software into machine software The instructions only have to 2My own Perl CGI adaption is available under http userpage fu berlin de cantsin permutations tzara poeme protect T1 textunderscore dadaiste cgi CONTEXTUALIZING SOFTWARE ART 5 meet the requirement of being executable by a human being as well as by a machine Of course the opposite is also true A machine is not necessary to execute even the Perl program we can execute the code as well in our minds Theoretically this is true for any computer program and program ming handbooks whose example code is rarely ever run on machines are a striking practical example So my argument is quite contrary to Friedrich Kittler s media theory accord ing to which there is either no software at all or at least no software without the hardware it runs on 3 If any algorithm can be executed mentally as it was common before computers were invented then of course software can exist and run without hardware What is interesting about programming Contrary to conventional data like digitized images sound and text documents algorithmic instruction code allows a generative process It uses computers for computation not only as storage and transmission media And this precisely distinguishes program code from non algorithmic digital code describing for example the differ ence between algorithmic composition on the one hand and audio CDs mp3 files on the other between algorithmically generated text and hypertext a random access database model which as such doesn t require algorith mic computation at all or between a graphical computer demo and a video tape Although one can of course use computers without program ming them it is impossible not to use programs at all The question only is who programs There is after all no such thing as data without pro grams and hence no digital arts without the software layers they either take for granted or design or manipulate themselves To discuss software art simply means to not take software for granted but pay attention to how and by whom programs were written SOFTWARE ART Executable Code in Art Concept Art and Software Art The question of what software is and how it relates to non electronic contemporary art is at least thirty two years old In 1970 the art critic and theorist Jack Burnham curated an exhibition called Software at the Jewish Museum of New York which today is believed to be first show of concept art It featured installations of US American con cept artists next installations of computer software Burnham found interest ing such as the first prototype of Ted Nelson s hypertext system Xanadu Concept art as an art of which the material is concepts as the material of 3 Kit91 CONTEXTUALIZING SOFTWARE ART 6 for ex music is sound Henry Flynt s definition from 19614 and software art as an art whose material is formal instruction code seem to have at least two things in common 1 the collapsing of concept notation and execution into one piece 2 the use of language instructions in software art concepts in con cept art Flynt observes Since concepts are closely bound up with language concept art is a kind of art of which the material is language 5 If concepts become to quote Flynt again artistic material then concept art differs from other art in that it actually exposes concepts putting their notations up front as the artwork proper In analogy software art in partic ular differs from software based art in general in that it exposes its instruc tions and codedness My favorite example of both concept art in Flynt s sense and non computer software art is La Monte Young s Composition 1961 a piece of paper containing the written instruction Draw a straight line and follow it The instruction is unambiguous enough to be executed by a machine At the same time a thorough execution is physically impossible So the reality of piece is mental conceptual The same duplicity of concept notation and executable code exists in Sol LeWitt s 1971 Plan for a Concept Art Book a series of book pages giv ing the reader exact instructions to draw lines on them or strike out specific letters 6 A writing which writes itself LeWitt s Plan could also be seen in a historical continuity of combinatory language speculations From the

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  • another update on Concepts Notations Software Art 2002 5 18 ICC Tokyo

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  • Index of /all/digital_code_and_literary_text
    17 Nov 2003 22 58 46K literatur und digitaler code ms 17 Nov 2003 22 52 24K literatur und digitaler code html 17 Nov 2003 23 31 27K digital code and literary text txt 02 Nov 2003 17 38 24K digital code and literary text tex 14 Mar 2002 14 11 24K digital code and literary text rtf 26 Sep 2004 14 47 41K digital code and literary text pdf

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  • Digital Code and Literary Text
    produce the flow of electricity with which an analog screen or an analog printer is made to display an image 2 Of course it matters whether a sequence of zeros and ones translates into for example an image because that defines its semantics and hence interpretation and usage The point of my admittedly formalistic argumentation is not to deny this but to underline that 1 when we speak of multimedia or intermedia in conjunction with computers digital art and literature we actually don t speak of digital systems proper but about translations of digital information into analog output and vice versa 2 text and literature are highly privileged symbolic systems in these translation processes because a they are already coded and b computers run on a code Literature and computing meet where alphabets and code human language and machine language intersect secondly in the interfacing of analog devices through digital control code While of course code does not exist for human readers without media which make it perceivable the computer does not extend the media of literature All those output media electricity electrical sound and image transmission etc existed and continue to exist without computers and digital information processing To revise a position I took previously 3 the notion of digital poetry or computer network poetry doesn t imply specific media and not even specific machines If computers can be built from broomsticks and computer networks via shoestrings or bongo drums as realized http eagle auc ca dreid if digital data including executable algorithms can be printed in books and read back from them into machines or alternatively executed in the mind of the reader there is no reason why computer network poetry couldn t or shouldn t be printed as well in books The term of digital multimedia or better intermedia would be more helpful if redefined as the possibility to losslessly translate information from one notation to the other forth and back so that the visible audible or tacticle representation of the information becomes arbitrary A state not be achieved unless the information is not coded in some kind of alphabet whether alphanumerical binary hexadecimal or if you like Morse code 2 Literature 2 1 Synthesis putting things together To observe the textual codedness of digital systems of course implies the danger of generalizing and projecting one s observations of digital code onto literature as a whole Computers operate on a language which lacks semantics and is syntactically far less complex than common human languages The alphabet of both machine and human language is interchangeable so that text if defined as a countable mass of alphabetical signifiers remains a valid descriptor for both machine code sequences and human writing In syntax and semantics however machine code and human writing are not interchangeable Computer algorithms are like logical statements a formal language and thus only a restrained subset of language as a whole However I believe it is a common mistake to claim that machine language would be only readable to machines and hence irrelevant for human art and literature and vice versa literature and art would be unrelated to formal languages After all computer code and computer programs are not machine creations and machines talking to themselves but writings by humans 4 The programmer artist Adrian Ward suggests that we put the assumption of the machine controlling the language upside down I would rather suggest we should be thinking about embedding our own creative subjectivity into automated systems rather than naively trying to get a robot to have its own creative agenda A lot of us do this day in day out We call it programming 5 One also could call it composing scores and it is not coincidental that musical artists have picked up and grasped computers much more thoroughly than literary writers Western music is an outstandig example of an art which relies upon written formal instruction code Code unjokes such as B A C H in Johann Sebastian Bach s music the visual figurations in the score of Erik Satie s Sports et divertissements and the experimental score drawings of John Cage show that beyond a merely serving the artwork formal instruction code has an aesthetic dimension and intellectual complexity of its own In many works musical composers have shifted instruction code from classical score notation to natural human language A seminal piece is La Monte Young s Composition No 1 1961 which simply consists of the instruction Draw a straight line and follow it 62 Most Fluxus performance pieces were written in the same notation style Later in 1969 the American composer Alvin Lucier wrote his famous composition I am sitting in a room as a brief spoken instruction which very precisely tells to perform the piece by playing itself back and modulating the speech through the room echoes In literature formal instructions is the necessary prerequisite of all permutational and combinatory poetry 7 which in turn recur to the tradition of letter combinatorics in Kabbalah and magical spells Also in a conventional narrative there is an implict formal instruction of how i e in which sequence to read the text which may be followed or not as opposed to hypertext which offers alternative sequences on the one hand but enforces its implicit instruction on the other Grammar itself is an implicit and very pervasive formal instruction The grammar of computing however differs from the grammar of natural language in that to use computer science terminology the namespace of instruction and execution is the same If like Inke Arns proposed using structuralist terminology we speak of instruction code as a genotext and non instruction code as a phenotext then computed language differs from spoken language in that both genotext and phenotext are coded in the same alphabet of bits and bytes and in the same medium of predominantly flows of electricity whereas in spoken language the genotext of grammar is implicit and not explicit in the writing One cannot tell from a snippet of

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  • course code does not exist for human readers without media which make it perceivable the computer does not extend the media of literature All those output media electricity electrical sound and image transmission etc 2 Normally this code is divided into three pieces one the so called sound or image file containing the machine independent and program independent abstract information the second the so called display program containing the instructions to mediate the abstracted information in a machine independent yet not program indepen dent format to the operating system the third the operating system mediating the program out put to the output machine whether a screen or a printer Yet these three code layers are nothing but conventions Theoretically the digital image file could in itself contain all the code necessary to make itself display on analog end devices including the code that is conventionally identified as a boot loader and core operating system 4 existed and continue to exist without computers and digi tal information processing To revise a position I took previously 3 the notion of digital poetry or computer network poetry doesn t imply specific media and not even specific machines If computers can be built from broomsticks and computer networks via shoestrings or bongo drums as realized if digital data including executable algorithms can be printed in books and read back from them into machines or alternatively executed in the mind of the reader there is no reason why computer network poetry couldn t or shouldn t be printed as well in books The term of digital multimedia or better intermedia would be more helpful if redefined as the possibility to losslessly translate information from one notation to the other forth and back so that the visible audible or tacticle representation of the information becomes arbitrary A state not be achieved unless the information is not coded in some kind of alphabet whether alphanumerical binary hexadecimal or if you like Morse code 2 Literature 2 1 Synthesis putting things together To observe the textual codedness of digital systems of course implies the danger of generalizing and projecting one s observations of digital code onto literature as a whole Computers operate on a language which lacks semantics and is syntactically far less complex than common human lan guages The alphabet of both machine and human language is interchangeable so that text if defined as a count able mass of alphabetical signifiers remains a valid descriptor for both machine code sequences and human writ ing In syntax and semantics however machine code and human writing are not interchangeable Computer algorithms are like logical statements a formal language and thus only a restrained subset of language as a whole However I believe it is a common mistake to claim that machine language would be only readable to machines and hence irrelevant for human art and literature and vice versa literature and art would be unrelated to formal lan guages After all computer code and computer programs are not machine creations and machines talking to 3 like in the paper Warum es zuwenig interes sante Computerdichtung gibt Neun Thesen 5 themselves but writings by humans 4 The programmer artist Adrian Ward suggests that we put the assumption of the machine controlling the language upside down I would rather suggest we should be thinking about embedding our own creative subjectivity into automated systems rather than naively trying to get a robot to have its own creative agenda A lot of us do this day in day out We call it programming 5 One also could call it composing scores and it is not coin cidental that musical artists have picked up and grasped computers much more thoroughly than literary writers West ern music is an outstandig example of an art which relies upon written formal instruction code Code unjokes such as B A C H in Johann Sebastian Bach s music the visual figurations in the score of Erik Satie s Sports et diver tissements and the experimental score drawings of John Cage show that beyond a merely serving the artwork formal instruction code has an aesthetic dimension and intellectual complexity of its own In many works musical composers have shifted instruction code from classical score notation to natural human language A seminal piece is La Monte Young s Composition No 1 1961 which simply consists of the instruction Draw a straight line and follow it 62 Most Fluxus performance pieces were written in the same notation style Later in 1969 the American composer Alvin Lucier wrote his famous composition I am sitting in a room as a brief spoken instruction which very precisely tells to per form the piece by playing itself back and modulating the speech through the room echoes In literature formal instructions is the necessary prerequisite of all permutational and combinatory poetry 7 which in turn recur to the tradition of letter combina torics in Kabbalah and magical spells Also in a conven tional narrative there is an implict formal instruction of how i e in which sequence to read the text which may be followed or not as opposed to hypertext which offers 4 No computer can reprogram itself self pro gramming is only possible within a predefined framework of game rules written by a human pro grammer A machine can behave differently than expected because the rules didn t foresee all situations they could create but no machine can overwrite the rules of its game 5 quoted from an E Mail message to the Rhi zome mailing list May 7 2001 2 Galerie und Edition Hundertmark George Maciu nas und Fluxus Editionen Galerie und Edition Hun dertmark Köln 1990 6 Some historical examples have been adapted online on my website 6 alternative sequences on the one hand but enforces its implicit instruction on the other Grammar itself is an implicit and very pervasive formal instruction The grammar of computing however differs from the gram mar of natural language in that to use computer science terminology

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  • ber Literatur und Digitalcode
    in diesen Übersetzungsprozessen privilegierte symbolische Systeme sind weil sie a schon codiert vorliegen und b Computer auf der Grundlage codierter Instruktion operieren Literatur und Computer treffen sich erstens dort wo Alphabet und Code Umgangssprachen und Programmiersprachen sich überschneiden zweitens in der Ansteuerung analoger Technik durch digitalen Code Während Code für Leser natürlich nicht existiert ohne die Medien die ihn wahrnehmbar machen erweitert umgekehrt der Computer die Medien der Literatur nicht Sie alle Elektrizität elektrische Ton und Bildübertragung etc hat es auch vor und unabhängig von Computern und digitaler Informationsverarbeitung gegeben Um einen Standpunkt zu revidieren den ich in einer älteren Publikation vertreten habe En s 7u 10u 7m En fn text num Warum es zuwenig interessante Computerdichtung gibt Neun Thesen http userpage fu berlin de cantsin homepage writings net literature general karlsruhe 2000 karlsruher thesen pdf Das Konzept der digitalen Dichtung oder Computernetzdichtung impliziert keine spezifischen Medien nicht einmal spezielle Maschinen Wenn Computer aus Besenstielen gebaut und mit Schnürsenkeln oder Bongotrommeln vernetzt werden können siehe http eagle auc ca dreid wenn digitale Daten einschließlich ausführbarer Algorithmen in Büchern gedruckt und von ihnen zurück in Maschinen eingespeist oder alternativ von Lesern mental ausgeführt werden können kann Computernetzdichtung ebenso gut auch im Medium Buch erscheinen Der Terminus digitaler Multimedialität oder Intermedialität könnte hilfreicher neudefiniert werden als die Möglichkeit Information von einem Medium ins andere verlustfrei hin und her zu übersetzen so daß die sicht hör oder fühlbare Repräsentation dieser Information arbiträr wird Dies ist nicht möglich ohne daß die Information in irgendeiner Art von Alphabet ob alphanumerisch binär hexadezimal oder in Morsezeichen codiert ist 0 Literatur 0 Synthese Dinge zusammensetzen Betrachtet man die textuelle Codiertheit digitaler Information so läuft man natürlich Gefahr an digitalem Code gemachte Beobachtungen auf Literatur als solche zu projizieren Computer operieren mit einer Sprache die keine Semantik kennt und die auch syntaktisch weitaus weniger komplex ist als menschliche Umgangssprache Da die Alphabete von Computer und Umgangssprachen wechselseitig konvertierbar sind bleibt Text definiert als eine zählbare endliche Menge alphabetischer Zeichen eine gültiger Begriff für Sequenzen von Maschinencode und konventionelle Schrift gleichermaßen In Syntax und Semantik jedoch sind beide nicht austauschbar Computeralgorithmen sind als logische Aussagen eine formale Sprache und somit nur eine begrenzte Untermenge von Sprache insgesamt Es ist jedoch ein populärer Irrtum zu glauben daß Maschinensprachen nur für Maschinen lesbar seien und deshalb irrelevant für menschlich geschaffene Kunst und Literatur und daß auch umgekehrt Literatur und Kunst mit formalen Sprachen nichts zu tun hätten Schließlich sind Computercodes und programme keine Maschinenkreationen und Maschinenprozesse die nur miteinander kommunizieren sondern sie sind von Menschen geschaffene Schriften En s 7u 10u 7m En fn text num Kein Computer kann sich selbst reprogrammieren Selbstprogrammierung ist nur möglich innerhalb eines Rahmens von Spielregeln die ein menschlicher Programmierer vorgegeben hat Eine Maschine kann sich anders als erwartet verhalten weil beim Verfassen ihrer Spielregeln nicht alle möglichen Situationen bzw Systemzustände übersehen wurden doch kann keine Maschine ihre Spielregeln überschreiben Der Künstler und Programmierer Adrian Ward plädiert für eine Umkehrung der Annahme daß die Maschine eine Sprache beherrsche Wir sollten meiner Meinung nach eher in dem Sinne denken daß wir unsere schöpferische Subjektivität in automatisierte Systeme einschreiben anstatt naiv zu versuchen einem Automaten seine eigene kreative Agenda zu verschaffen Viele von uns tun dies tagein und tagaus Wir nennen es Programmieren En s 7u 10u 7m En fn text num I would rather suggest we should be thinking about embedding our own creative subjectivity into automated systems rather than naively trying to get a robot to have its own creative agenda A lot of us do this day in day out We call it programming zitiert aus einer E Mail an die Netzkunst Mailingliste Rhizome vom 7 5 2001 Man könnte dies auch Komposition von Partituren nennen und es ist kein Zufall daß Tonkünstler Computer viel früher eingesetzt und gründlicher verstanden haben als Dichter Die westliche Musik ist das herausragende Beispiel einer Kunst die auf einem schriftlich notierten formalen Instruktionscode beruht Ironien im Medium des Code wie B A C H bei Johann Sebastian Bach die notentypographischen Figuration von Erik Saties Sports et divertissements und die experimentellen Partituren von John Cage zeigen daß formaler Steuercode eine eigene ästhetische Dimension und intellektuelle Komplexität besitzt und nicht bloß Mittel zum Zweck eines Kunstwerks ist das in einem anderen Medium erscheint In einigen Werken sind Musikkomponisten von der klassischen Notenschrift zur natürlichen Schriftsprache gewechselt so z B auch La Monte Young in seiner Composition No 1 1961 die sich einfach in der Anweisung Draw a straight line and follow it erschöpft En s 7u 10u 7m En fn text num hundertmark maciunas Den Fluxus Performances von George Brecht George Maciunas Nam June Paik und anderen liegen ähnliche Partituren zugrunde 1969 schrieb der amerikanische Komponist Alvin Lucier sein zum Klassiker der neuen Musik gewordenes Stück I am sitting in a room als eine kurze gesprochene Anweisung das Stück aufzuführen in dem man sie selbst im Raum abspielt wieder neu aufnimmt und dadurch akustisch moduliert In der Literatur sind formale Instruktionen notwendige implizite Voraussetzung aller permutationellen und kombinatorischen Dichtung En s 7u 10u 7m En fn text num Einige historische Beispiele wurden auf meiner Website http userpage fu berlin de cantsin permutations als Computerprogramme adaptiert die online ausgeführt werden können deren Geschichte ihrerseits auf die Tradition der Buchstabenkombinatorik in der Kabbala und Sprache der Magie zurückgeht Selbst in einer realistischen Erzählung gibt es eine implizite formale Anweisung wie z B in welcher Reihenfolge ein Text zu lesen sein im Gegensatz zum Hypertext der zwar alternative Reihenfolgen anbietet zugleich aber seine Alternativen dem Leser der in einem Buch noch frei blättern kann zwingend vorschreibt Und schließlich ist die Grammatik eine implizite pervasive formale Instruktion Die Gramatik des Computers unterscheidet sich jedoch von der Grammatik natürlicher Sprache darin daß um einen informatischen Fachausdruck zu benutzen der Namensraum von Instruktion und ihrer Ausführung derselbe ist Wenn wie Inke Arns es vorschlägt man vom Instruktionscode als Genotext und vom Code den er erzeugt als Phänotext spricht dann zeichnet sich computerprozessierte gegenüber gesprochener Sprache dadurch aus

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  • nicht unerheblich ob zum Beispiel eine Kette von Nullen und Einsen in eine Bilddarstellung übersetzt wird weil dies ihre Semantik und somit Interpretation und Anwendung bestimmt Meine vorige Argumentation sollte dies obgleich formalistisch nicht verleugnen sondern lediglich unterstreichen daß 1 wenn von Multimedia oder Intermedia in Verbindung mit Computern die Rede ist es nicht um digitale Systeme als solche geht sondern um Übersetzungen digitaler Information in analoge Ausgaben und umgekehrt Literatur wird multimedial also gerade nicht durch Digitalisierung sondern durch Entdigitalisierung 2 Text und Literatur in diesen Übersetzungsprozessen privilegierte symbolische Systeme sind weil sie a schon codiert vorliegen und b Computer auf der Grundlage codierter Instruktion operieren Literatur und Computer treffen sich erstens dort wo Alphabet und Code Umgangssprachen und Programmiersprachen sich überschneiden zweitens in der Ansteuerung analoger Technik durch digitalen Code Während Code für Leser natürlich nicht existiert ohne die Medien die ihn wahrnehmbar machen erweitert umgekehrt der Computer die Medien der Literatur nicht Sie alle Elektrizität elektrische Ton und Bildübertragung etc hat es auch vor und unabhängig von Computern und digitaler Informationsverarbeitung gegeben Um einen Standpunkt zu revidieren den ich in einer älteren Publikation vertreten habe 3 Das Konzept der digitalen Dichtung oder Computernetzdichtung impliziert keine spezifischen Medien nicht einmal spezielle Maschinen Wenn Computer aus Besenstielen gebaut und mit Schnürsenkeln oder Bongotrommeln vernetzt werden können siehe wenn digitale Daten einschließlich ausführbarer Algorithmen in Büchern gedruckt und von ihnen zurück in Maschinen eingespeist oder alternativ von Lesern mental ausgeführt werden können kann Computernetzdichtung ebenso gut auch im Medium Buch erscheinen Der Terminus digitaler Multimedialität oder Intermedialität könnte hilfreicher neudefiniert werden als die Möglichkeit Information von einem Medium ins andere verlustfrei hin und her zu übersetzen so daß die sicht hör oder fühlbare Repräsentation dieser Information arbiträr wird Dies ist nicht möglich ohne daß die Information in irgendeiner Art von Alphabet ob alphanumerisch binär hexadezimal oder in Morsezeichen codiert ist 2 Literatur 2 1 Synthese Dinge zusammensetzen Betrachtet man die textuelle Codiertheit digitaler Information so läuft man natürlich Gefahr an digitalem Code gemachte Beobachtungen auf Literatur als solche zu projizieren Computer operieren mit einer Sprache die keine Semantik kennt und die auch syntaktisch weitaus weniger komplex ist als menschliche Umgangssprache Da die Alphabete von Computer und Umgangssprachen wechselseitig konvertierbar sind bleibt Text definiert als eine zählbare endliche Menge alphabetischer Zeichen eine gültiger Begriff für Sequenzen von Maschinencode und konventionelle Schrift gleichermaßen In Syntax und Semantik jedoch sind beide nicht austauschbar Computeralgorithmen sind als logische Aussagen eine formale Sprache und somit nur eine begrenzte Untermenge von Sprache insgesamt Es ist jedoch ein populärer Irrtum zu glauben daß Maschinensprachen nur für Maschinen lesbar seien und deshalb irrelevant für menschlich geschaffene Kunst und Literatur und daß auch umgekehrt Literatur und Kunst mit formalen Sprachen nichts zu tun hätten Schließlich sind Computercodes und programme keine Maschinenkreationen und Maschinenprozesse die nur miteinander kommunizieren sondern sie sind von Menschen geschaffene Schriften 4 Der Künstler und Programmierer Adrian Ward plädiert für eine Umkehrung der Annahme daß die Maschine eine Sprache beherrsche Wir sollten meiner Meinung nach eher

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