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  • und zahlentheoretisch geschulte Semiotik des Computers 5 Eine formale Definition von Text Text ist eine endliche Menge diskreter Zeichen die einem Alphabet also einer anderen Menge diskreter Zeichen entnommen sind 6 Digitale Zeichen sind Systemzustände von Prozessoren und Speichern Das Argument sie konstituierten keinen Text sondern seien bloß Schaltungen greift zu kurz Die Systemzustände eines Computers sind ebenso textuell wie zum Beispiel Flaggenzeichen und sie können ohne Informationsverlust in alphanumerischen

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  • Index of /all/harsdoerffer_-_frauenzimmer_gespraechspiele
    gespraechspiele txt 21 Sep 2005 21 26 15K harsdoerffer frauenzimmer gespraechspiele tex 19 Mar 2004 15 16 16K harsdoerffer frauenzimmer gespraechspiele rtf 21 Sep 2005 21 26 20K harsdoerffer frauenzimmer gespraechspiele html 21 Sep 2005 21 26 22K graphics 21

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  • Index of /all/harsdoerffer_-_frauenzimmer_gespraechspiele/graphics
    Size Description Parent Directory emblem png 21 Sep 2005 21 30 186K figurationen pdf 14 May 2004 13 07 457K harsdoerffer frauenzimmer gespraechspiele pdf 21 Sep 2005 21 26 42K jodi jpg 21 Sep 2005 21 29 81K Apache 2

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  • Index of /all/imago
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  • Der Begriff ,,Imago``
    durch ein ius imaginis geregelt 20 4 2 Imaginum pictura Im zweiten Kapitel des 35 Buchs seiner naturalis historiae erwähnt Plinius der Ältere eine imaginum pictura 21 mit der offenbar nicht die der imagines maiorum gemeint ist sondern eine säkulare Porträtkunst in der sowohl Gemälde auf metallenem Grund als auch Standbilder verfertigt werden Durch die Bildnismalerei wurden Gestalten so ähnlich wie möglich der Nachwelt überliefert sie ist aber völlig abgekommen 22 Im folgenden verwendet Plinius imago figura statua und effigies synonym und benutzt die Mehrdeutigkeit von imago zu satirischen Spitzen gegen die imaginum pictura wenn er von imagines pecuniae spricht XXXV 5 und statt ihrer animorum imagines XXXV 6 fordert 4 3 Imaginarii Imaginarii oder imaginiferi gr eikonikoi werden Fürsten genannt die an der Spitze einer Legion oder Kohorte reiten und Fahnen mit dem Brustbild eines regierenden oder verstorbenen Caesaren tragen 4 4 Mnemotechnische imagines Zwar sind eikon und imago sind keine termini technici der Rhetorik Lausbergs Handbuch der literarischen Rhetorik etwa weist sie nicht aus Jedoch spricht Aristoteles von bildlicher Rede und meint damit rhetorische Figuren im Sinne der Gedankentropen und die Rhetorica ad Herrenium nennt den metaphorischen Vergleich imago 23 der bei Lausberg unter den Topos der similitudo subsumiert wird 24 Eine rhetorische Theorie der imago existiert allerdings in ihrem nur fragmentarisch überlieferten vierten Teil der memoria Der Legende nach geht die rhetorische Mnemotechnik auf den Dichter Simonides zurück der einen Hauseinsturz während eines Gastmahls überlebt und tags darauf die Identität der verstümmelten Leichen anhand der Sitzordnung rekonstruiert In Ermangelung preiswerter Aufschreibesysteme memorieren die antiken Rhetoren den Aufbau ihrer Reden im Kopf und bedienen sich dabei der Methode des Simonides imagines also visuelle Vorstellungen der Gegenstände der Rede an den loci eines imaginierten Gebäudes abzulegen und beim Sprechen dieses Gebäude mental wieder abzuschreiten um die Gegenstände konsekutiv aufzulesen Zwar liegt der antiken Mnemotechnik die Annahme zugrunde daß räumlich visuelle Eindrücke leichter memoriert werden als Sprache doch erschöpft sich die Funktion der imagines darin Namen und Begriffe zu indizieren Diese Indizierung geschieht nicht durch eine konventionelle Zuordnung von Wort und Bild als Signifikat und Signifikant die spätestens an abstrakten Begriffen scheitern würde sondern konstruiert die imagines mit einer abundanten Fülle tropischer Verfahren Die Rhetorica ad Herennium veranschaulicht ihre Praxis Oft können wir einen ganzen Themenkomplex auf eine Notiz reduzieren und in ein einfaches Bild imago verdichten Zum Beispiel hat der Ankläger uns den Fall eines Angeklagten geschildert der einen Mann vergiftet hat er hat als Tatmotiv eine Erbschaft genannt und den Verdacht auf einer Vielzahl von Zeugen testes und Indizien begründet Wenn wir für unsere Verteidigung uns diesen ersten Punkt merken wollen so müssen wir an unserem ersten Ort locus ein Bild imago ablegen Wir stellen uns das Opfer der Tat krank im Bett liegend vor wenn wir wissen wie er aussieht Wissen wir es nicht so nehmen wir jemand anderes als Kranken aber niemanden aus der Unterklasse damit er uns sofort wieder einfällt Und neben das Bett setzen wir den Angeklagten der in seiner rechten Hand einen Becher in seiner linken ein Tablett und in der Mitte die Hoden testiculos eines Widders hält 25 Diese imago verdichtet nicht nur den Fall auf ein tableau sie verbirgt in sich eine mehrfache imago die nicht piktorial sondern onomatopoetisch und synekdochisch denotiert Die Widderhoden testiculi vergegenwärtigen dem Verteidiger die Zeugen testes der Anklage Da Geldbörsen oft aus Hodensäcken von Widdern gefertigt wurden erinnern sie ihn zudem an die erschlichene Erbschaft eventuell sogar daran die Zeugen zu bestechen 26 In der Mnemotechnik wird die imago zwar zur Vorstellung zum Gedankenbild gewinnt dadurch jedoch keine Autonomie denn der imaginierte Raum wird allein von der Rede strukturiert Statt sich wie auf Aischylos Kriegerwappen oder bei den imagines maiorum wechselseitig zu ergänzen werden Wort und Bild in der memoria zu Denotationssystemen zwischen denen eindeutig und verlustfrei übersetzt werden kann Dabei nimmt das Wort die Rolle des Leitmediums ein das Bild wird zu seinem Abbild und damit zur Sekundärschrift Denn die loci ähneln Wachstafeln und dem Papyrus die imagines den Buchstaben die Anordnung der imagines dem Manuskript und ihr Aufsammeln dem Lesen 27 5 Eikon als Emanation und imago dei Die Kosmologien des Neuplatonismus gehen über Platon hinaus indem sie nicht mehr eine wie immer aufgefächerte Dichotomie von logos und eikon bzw Idee und Idol annehmen sondern eine Vielzahl hierarchisch gegliederter Hypostasen in die der Logos emaniert Nach Plotin ist jede Hypostase eikon imago einer übergeordneten Hypostasen und somit abgeleitetes eikon des Höchsten 28 Also bestimmt Ähnlichkeit die Relationen der Hypostasen untereinander und der Mensch ist im Gegensatz zur Lehre Platons selbst Emanation und imago des logos Besonders im Neuplatonismus der Renaissance erfährt die imago aus umgekehrtem Blickwinkel höchste Wertschätzung weil sie dem Menschen erlaubt höhere Sphären einzusehen und an körperloser Schönheit zu partizipieren 29 Nur scheinbar koinzidiert die neuplatonische Hypostasenlehre mit der christlichen Anthropologie der ein ähnliches Abbildungsmodell zugrundliegt Christus ist die imago des Vaters der gläubige Christ die imago Christi 30 Im Gegensatz zum Platonismus begreift das Christentum den Menschen nicht den Kosmos als imago Gottes Die Vorstellung daß Söhne eikones oder imagines ihrer Väter seien ist schon in der griechischen Hochantike verbreitet und findet sich gleichfalls in der alttestamentarischen Vorstellung daß Adam die Ähnlichkeit mit dem Antlitz Gottes an seine Nachkommen vererbt 1 Mos 5 1 3 So heißt es in 1 Mos 1 27 und 1 Mos 9 6 der Mensch sei nach dem Bild Gottes geschaffen Adam und nicht Christus wäre demnach der Sohn Gottes was mit dem christlichen Abbildmodell kollidiert aber auch mit Paulus Vorstellung daß dem Menschen die Ähnlichkeit mit Gott nicht natürlich gegeben sei sondern er sie erst gewinnen müsse indem er Abbild Christi 1 Kor 15 49 und schließlich Abbild des Vaters werde 31 Die Vulgata versucht dieses Problem zu umgehen indem sie die Gottesähnlichkeit in der Genesis als ad imaginem dei übersetzt Irenäus löst es schließlich indem er die Begriffe imago und similitudo voneinander trennt Jeder Mensch sei eine imago dei similitudo aber besäßen nur getaufte Christen Diese Bedeutungsdifferenzierung undenkbar in der Hochantike weist voraus auf

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  • ius imaginis geregelt 20 4 2 Imaginum pictura Im zweiten Kapitel des 35 Buchs seiner naturalis historiae erwähnt Plinius der Ältere eine imaginum pictura 21 mit der offenbar nicht die der imagines maiorum gemeint ist sondern eine säkulare Porträtkunst in der sowohl Gemälde auf metallenem Grund als auch Standbilder verfertigt werden Durch die Bildnismalerei wurden Gestalten so ähnlich wie möglich der Nachwelt überliefert sie ist aber völlig abgekommen 22 Im folgenden verwendet Plinius imago figura statua und effigies synonym und benutzt die Mehrdeutigkeit von imago zu satirischen Spitzen gegen die imaginum pictura wenn er von imagines pecuniae spricht XXXV 5 und statt ihrer animorum imagines XXXV 6 fordert 4 3 Imaginarii Imaginarii oder imaginiferi gr eikonikoi werden Fürsten genannt die an der Spitze einer Legion oder Kohorte reiten und Fahnen mit dem Brustbild eines regierenden oder verstorbenen Caesaren tragen 4 4 Mnemotechnische imagines Zwar sind eikon und imago sind keine termini technici der Rhetorik Lausbergs Handbuch der literarischen Rhetorik etwa weist sie nicht aus Jedoch spricht Aristoteles von bildlicher Rede und meint damit rhetorische Figuren im Sinne der Gedankentropen und die Rhetorica ad Herrenium nennt den metaphorischen Vergleich imago 23 der bei Lausberg unter den Topos der similitudo subsumiert wird 24 Eine rhetorische Theorie der imago existiert allerdings in ihrem nur fragmentarisch überlieferten vierten Teil der memoria Der Legende nach geht die rhetorische Mnemotechnik auf den Dichter Simonides zurück der einen Hauseinsturz während eines Gastmahls überlebt und tags darauf die Identität der verstümmelten Leichen anhand der Sitzordnung rekonstruiert In Ermangelung preiswerter Aufschreibesysteme memorieren die antiken Rhetoren den Aufbau ihrer Reden im Kopf und bedienen sich dabei der Methode des Simonides imagines also visuelle Vorstellungen der Gegenstände der Rede an den loci eines imaginierten Gebäudes abzulegen und beim Sprechen dieses Gebäude mental wieder abzuschreiten um die Gegenstände konsekutiv aufzulesen Zwar liegt der antiken Mnemotechnik die Annahme zugrunde daß räumlich visuelle Eindrücke leichter memoriert werden als Sprache doch erschöpft sich die Funktion der imagines darin Namen und Begriffe zu indizieren Diese Indizierung geschieht nicht durch eine konventionelle Zuordnung von Wort und Bild als Signifikat und Signifikant die spätestens an abstrakten Begriffen scheitern würde sondern konstruiert die imagines mit einer abundanten Fülle tropischer Verfahren Die Rhetorica ad Herennium veranschaulicht ihre Praxis Oft können wir einen ganzen Themenkomplex auf eine Notiz reduzieren und in ein einfaches Bild imago verdichten Zum Beispiel hat der Ankläger uns den Fall eines Angeklagten geschildert der einen Mann vergiftet hat er hat als Tatmotiv eine Erbschaft genannt und den Verdacht auf einer Vielzahl von Zeugen testes und Indizien begründet Wenn wir für unsere Verteidigung uns diesen ersten Punkt merken wollen so müssen wir an unserem ersten Ort locus ein Bild imago ablegen Wir stellen uns das Opfer der Tat krank im Bett liegend vor wenn wir wissen wie er aussieht Wissen wir es nicht so nehmen wir jemand anderes als Kranken aber niemanden aus der Unterklasse damit er uns sofort wieder einfällt Und neben das Bett setzen wir den Angeklagten der in seiner rechten Hand einen Becher in seiner linken ein Tablett und in der Mitte die Hoden testiculos eines Widders hält 25 Diese imago verdichtet nicht nur den Fall auf ein tableau sie verbirgt in sich eine mehrfache imago die nicht piktorial sondern onomatopoetisch und synekdochisch denotiert Die Widderhoden testiculi vergegenwärtigen dem Verteidiger die Zeugen testes der Anklage Da Geldbörsen oft aus Hodensäcken von Widdern gefertigt wurden erinnern sie ihn zudem an die erschlichene Erbschaft eventuell sogar daran die Zeugen zu bestechen 26 In der Mnemotechnik wird die imago zwar zur Vorstellung zum Gedankenbild gewinnt dadurch jedoch keine Autonomie denn der imaginierte Raum wird allein von der Rede strukturiert Statt sich wie auf Aischylos Kriegerwappen oder bei den imagines maiorum wechselseitig zu ergänzen werden Wort und Bild in der memoria zu Denotationssystemen zwischen denen eindeutig und verlustfrei übersetzt werden kann Dabei nimmt das Wort die Rolle des Leitmediums ein das Bild wird zu seinem Abbild und damit zur Sekundärschrift Denn die loci ähneln Wachstafeln und dem Papyrus die imagines den Buchstaben die Anordnung der imagines dem Manuskript und ihr Aufsammeln dem Lesen 27 5 Eikon als Emanation und imago dei Die Kosmologien des Neuplatonismus gehen über Platon hinaus indem sie nicht mehr eine wie immer aufgefächerte Dichotomie von logos und eikon bzw Idee und Idol annehmen sondern eine Vielzahl hierarchisch gegliederter Hypostasen in die der Logos emaniert Nach Plotin ist jede Hypostase eikon imago einer übergeordneten Hypostasen und somit abgeleitetes eikon des Höchsten 28 Also bestimmt Ähnlichkeit die Relationen der Hypostasen untereinander und der Mensch ist im Gegensatz zur Lehre Platons selbst Emanation und imago des logos Besonders im Neuplatonismus der Renaissance erfährt die imago aus umgekehrtem Blickwinkel höchste Wertschätzung weil sie dem Menschen erlaubt höhere Sphären einzusehen und an körperloser Schönheit zu partizipieren 29 Nur scheinbar koinzidiert die neuplatonische Hypostasenlehre mit der christlichen Anthropologie der ein ähnliches Abbildungsmodell zugrundliegt Christus ist die imago des Vaters der gläubige Christ die imago Christi 30 Im Gegensatz zum Platonismus begreift das Christentum den Menschen nicht den Kosmos als imago Gottes Die Vorstellung daß Söhne eikones oder imagines ihrer Väter seien ist schon in der griechischen Hochantike verbreitet und findet sich gleichfalls in der alttestamentarischen Vorstellung daß Adam die Ähnlichkeit mit dem Antlitz Gottes an seine Nachkommen vererbt 1 Mos 5 1 3 So heißt es in 1 Mos 1 27 und 1 Mos 9 6 der Mensch sei nach dem Bild Gottes geschaffen Adam und nicht Christus wäre demnach der Sohn Gottes was mit dem christlichen Abbildmodell kollidiert aber auch mit Paulus Vorstellung daß dem Menschen die Ähnlichkeit mit Gott nicht natürlich gegeben sei sondern er sie erst gewinnen müsse indem er Abbild Christi 1 Kor 15 49 und schließlich Abbild des Vaters werde 31 Die Vulgata versucht dieses Problem zu umgehen indem sie die Gottesähnlichkeit in der Genesis als ad imaginem dei übersetzt Irenäus löst es schließlich indem er die Begriffe imago und similitudo voneinander trennt Jeder Mensch sei eine imago dei similitudo aber besäßen nur getaufte Christen Diese Bedeutungsdifferenzierung undenkbar in der Hochantike weist voraus auf die eingangs

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  • Index of /all/interview_cornelia_sollfrank
    2002 12 27 27K sollfrank interview english long txt 15 Mar 2002 14 45 59K sollfrank interview deutsch lang txt 15 Mar 2002 14 38 64K sollfrank interview deutsch lang sgml 17 Aug 2002 16 42 73K sollfrank interview deutsch

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  • und ihre Re Codierung durch Dieter Roth der Schönbergs Musik wiederherzustellen versucht indem er Paiks Version vierfach beschleunigt Das hat mich sofort an die Literaturtheorie von Harold Bloom erinnert seine sogenannte Einflußtheorie nämlich derzufolge die Literaturgeschichte eine Abfolge ist von großen Schriftstellern die jeweils einen Vorgänger als ödipales Über Ich übernehmen Lachen und sich dann von ihm freischwimmen CS Der Untertitel meiner Arbeit war bis vor kurzem Scheinbare ödipale Fixierung den habe ich aber wieder verworfen Lacht FC Dahin ging meine Vermutung Da gibt es diese auch aus meiner Sicht enormen Künstler Schönberg Paik und Roth die sich gegenseitig vom Sockel holen um sich dann selbst auf den Sockel zu heben CS Lacht FC Ist es nicht die Tragik solch einer anti ödipalen Intervention daß sie sich zwangsläufig ob sie es will oder nicht doch wieder in die ödipale Logik einschreiben muß Das sehe ich gerade in diesem Stück CS Ja sicher ist das eine Tragik Gerade deshalb habe ich es mir ja zum Thema gemacht Aber ich finde es auch amüsant damit zu spielen wie auch die Reaktionen des Publikums die teilweise sehr aggressiv waren Ich kriege Vorwürfe wie Du willst ja auch nichts anderes Du willst ja auch nur so sein wie die lacht Mir geht es eigentlich nur darum diese Prozesse zu zeigen dieses Betriebssystem wie es funktioniert Daß ich aus ihm nicht herauskomme wenn ich drin sein will ist ja logisch Ein anderes Beispiel hierfür ist das uns wieder zurückführt auf die Marktkompatibilität von Netzkunst daß ich kürzlich von einem Fünfsterne Hotel das in Hamburg gebaut wird eingeladen worden bin es teilauszustatten mit anderen KünstlerInnen Unter dem Aspekt vermarktbare Produkte herzustellen habe ich ironisch damit angefangen die automatisch generierten Webseiten auszudrucken auf Leinwand und Papier und rahme sie Ich produziere jetzt Serien damit die ich auch als Bilderserien hänge Es geht um das Rematerialisieren von Netzkunst sie wieder in gängige Formate zu packen und dann zu sehen was mit ihr passiert FC Ist das dann immer noch Konzeptkunst CS Ja klar für mich schon Natürlich ist die Bezahlung für diese Arbeit wichtig der interessantere Aspekt und die völlig unerwartete Perspektive aber ist diese Arbeit zu vermarkten als den ersten nennenswerten Verkauf von Netzkunst lacht FC Ich versuche von hier aus den Sprung zum Cyberfeminismus zu machen und das ist schwer Stichwort Strategie Vielleicht fange ich so an Was mich immer gestört hat am Begriff Cyberfeminismus war weniger der Feminismus als das Präfix Cyber Mußte das sein CS Lacht Das ist erstaunlich Wenn Dich der Feminismus gestört hätte fände ich das nachvollziehbarer Lachen Aber Du scheinst p c zu sein Zum Thema Cyber das ist what it is all about Ich habe zum ersten Mal von Cyberfeminismus aus dem Mund von Geert Lovink gehört und damals zu ihm gesagt Was ist denn das für ein Quatsch Das war in der Zeit als alles plötzlich Cyber wurde Cyber Money Cyber Body etc FC Ja eben CS Es gab damals 1995 oder 96 kaum Material zum Cyberfeminismus Und dann hat Geert Lovink mir als Referenzen natürlich Sadie Plant und VNS Matrix geschickt und Innen eine Künstlerinnengruppe in der ich damals noch selbst war Er hat mir also meinen eigenen Kontext geschickt als Referenz für diesen Begriff Das war eine gelungene Überraschung Und dass er es gemacht hat war gewiss kein Zufall Also dachte ich okay ich nehme jetzt einmal an dass es so ist lacht er weiss schon welche Referenzen er mir schickt Das habe ich arbeiten lassen in meinem Kopf Als nächstes kam die Einladung zum Hybrid Workspace auf der documenta x wieder von Geert der mich einlud eine Woche oder einen Block nicht zu Cyberfeminismus sondern irgendeinem Frauenthema gestalte Und diese Einladung war eigentlich der Auslöser für mich mit dem Begriff Cyberfeminismus zu arbeiten Inzwischen hatte ich nämlich Gefallen daran gefunden und entdeckt dass ein enormes Potential drin steckt das von VNS Matrix oder Sadie Plant noch gar nicht ausgenutzt worden war Die hatten nur kleine Bereiche bespielt Ein Präfix zu nehmen das in einem Hype dahergeschwommen kommt und von allen aufgenommen wird und es mit etwas zusammenzubringen von dem alle sagen O Gott nämlich Feminismus erzeugte eine Kraft FC Mein Problem rührt wahrscheinlich von einer akademischen Perspektive her Wir diskutieren jetzt in einem Kontext von Netzkulturen die Mailinglisten wie Nettime und andere Foren einschließt in dem man sich über die Lächerlichkeit von Cyber Vokabeln nicht mehr unterhalten muß Das ist abgehakt und wenn so etwas kommt weiß man daß es nicht ganz ernstgemeint ist In den Geisteswissenschaften aber ist diese cyber hyper virtuell Terminologie nach wie vor aktuell und da paßt Cyberfeminismus ganz glatt und wunderbar zum Beispiel in den Kontext der cultural studies hinein CS Ich verstehe nicht was Dein Problem damit ist FC Daß man einen Diskurs schafft der im akademischen Betrieb eine Eigendynamik gewinnen kann und dann gar nicht mehr CS ach so ja Das unterschreibe ich Dir voll Unsere Hauptidee war auch nicht im herkömmlichen Sinn ein politisches Ziel zu formulieren sondern wir haben immer gesagt daß die Struktur in der OBN organisiert ist genauso wichtig ist wie die Inhalte Cyberfeministin zu sein heißt an der Struktur mitzuarbeiten nicht bloß auf eine Konferenz zu gehen und ein paper vorzulesen sondern es bedeutet auch sich um Geld zu kümmern mal eine Website zu machen also strukturbildend mitzuarbeiten Und Politics of dissent ist ein wichtiger Begriff FC 1997 hatte Dich Josephine Bosma in einem Interview gefragt do think there are any specific issues for women online und Du hast geantwortet No I don t think so really CS Lacht Das glaube ich immer noch FC Ja Das war meine Frage CS Nach viereinhalb Jahren Cyberfeminismus und Kontexten wie Frauen und neue Medien in denen ich inzwischen herumgereicht werde ist meine Beobachtung dass man das Thema in zwei Bereiche teilen kann Das eine ist der Bereich des access also ob Frauen gleichen Zugang zu Wissen und Technik haben was ein soziales Problem ist Das zweite ist was passiert dann auf dem Netz oder mit dem

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