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  • Für eine Textwissenschaft des Digitalen
    daß sich Debatten über das Ende des Buchs und der Schrift im Zeitalter sogenannter neuen Medien damit eigentlich erübrigen sollten An diesen Debatten aber auch schon am Begriff der neuen Medien zeigt sich ein Strukturproblem der Medienwissenschaften Daß nämlich ein seit Kracauer und McLuhan an analogen Massenmedien wie Film Funk und Fernsehen geschultes Begriffs und Analyseinstrumentarium untauglich auf Computer und digitale Information projiziert werden 3 Begriffe wie Nonlinearität und Interaktivität sind Schein Neuerungen für das Verständnis von Text Die Behauptung elektronische Texte seien nonlinear oder interaktiv fällt in ihrer negativen Implikation nämlich linearer und interaktionsfreier Text hinter die moderne Texthermeneutik sowie hinter strukturalistische und rezeptionsästhetische Literaturtheorien des letzten Jahrhunderts zurück Sie tut so als gäbe es nur Syntagmen und keine Paradigmen kein assoziatives Gedächtnis ja nicht einmal einen souveränen und mit eigener Imagination und Selektionsvermögen versehenen Leser Zugleich verschweigt sie daß auch elektronische Zettelkasten Texte in einer Reihenfolge und linearen Zeitspanne gelesen werden und daß interaktive Textspiele nicht anders als konventionell schriftlich notierte Textspiele und Partituren aus einem invariablen und sequentiellen Code von Regeln bestehen In Film und Fernsehen hingegen lassen sich mit Interaktivität und Nonlinearität in der Tat technische Neuerungen beschreiben die zum Teil durch Digitalisierung bedingt sind Hieran zeigt sich abermals wie problematisch die Anwendung medienwissenschaftlicher Topoi auf Literatur und digitale Zeichensysteme ist 4 Text von Hypertext zu unterscheiden ist eine computertechnische Konvention die nicht auf einen literaturwissenschaftlichen Textbegriff übertragbar ist Hypertext beschreibt in der Informatik ein Datenbankmodell der assoziativen Organisation von Information im Unterschied etwas zu hierarchischen Topologien wie z B der Ordnerstruktur eines Dateisystems oder zur tabellarischen Anordnung wie z B in einer Adreßdatenbank Wie schon die Projektion von Interaktivität und Nonlinearität vom Film auf die Literatur bedeutet auch der Hypertext für die Literatur eine Scheinneuerung die einen künstlich simplifizierte Textbegriff voraussetzt Indizes Querverweise Fußnoten und selbst Seitenzahlen sind hypertextuelle Strukturen und Werke wie die Bibel Gedichtsammlungen oder Enzyklopädien sind Hypertexte die assoziativ und sprunghaft gelesen werden Aus intertextualitätstheoretischer Sicht ist eine Unterscheidung von Text und Hypertext ohnehin fragwürdig wenn jeder Text jedes Gewebe seine eigenen Querverweise knüpft 5 Digitaler Code ist nicht manipulierbarer rhetorischer oder virtueller als es jeder Text schon immer war Diese These betrifft den Titel dieser Sektion des Germanistentags Virtualisierung Im umgangssprachlichen Gebrauch scheint mir virtuelle schlicht ein Synonym von künstlich zu sein und künstlich zu sein bedeutet für Literatur und Kunst gewiß keine Neuerung In der Computertechnik steht virtuell sehr präzise für die Modellierung eines Hardware Geräts per Software Code Virtueller Speicher ist physisch nicht vorhandener Chipspeicher der per Software auf einen Festplattenspeicher ausgelagert wird Ein virtual device virtuelles Gerät ist eine Schnittstelle im Betriebssystem der eine Hardware Schnittstelle korrespondieren kann aber nicht muß Im Betriebssystem Unix z B löscht man Daten indem man sie auf das virtuelle Nullgerät verschiebt Da Sprache und Literatur selbst nur Code besitzen und keine Geräte gibt es in ihnen nichts zusätzlich zu virtualisieren Literatur ist per se ein System der Virtualisierung durch sprachliche Imagination und hat dies immer auch reflektiert an Don Quijote und seinem

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  • der Schrift im Zeitalter sogenannter neuen Medien damit eigentlich erübrigen sollten An diesen Debatten aber auch schon am Begriff der neuen Medien zeigt sich ein Strukturproblem der Medienwissenschaften Daß nämlich ein seit Kracauer und McLuhan an analogen Massenmedien wie Film Funk und Fernsehen geschultes Begriffs und Analyseinstrumentarium untauglich auf Computer und digitale Information projiziert werden 3 Begriffe wie Nonlinearität und Interaktivität sind Schein Neuerungen für das Verständnis von Text Die Behauptung elektronische Texte seien nonlinear oder interaktiv fällt in ihrer negativen Implikation nämlich linearer und interaktionsfreier Text hinter die moderne Texthermeneutik sowie hinter strukturalistische und rezeptionsästhetische Literaturtheorien des letzten Jahrhunderts zurück Sie tut so als gäbe es nur Syntagmen und keine Paradigmen kein assoziatives Gedächtnis ja nicht einmal einen souveränen und mit eigener Imagination und Selektionsvermögen versehenen Leser Zugleich verschweigt sie daß auch elektronische Zettelkasten Texte in einer Reihenfolge und linearen Zeitspanne gelesen werden und daß interaktive Textspiele nicht anders als konventionell schriftlich notierte Textspiele und Partituren aus einem invariablen und sequentiellen Code von Regeln bestehen In Film und Fernsehen hingegen lassen sich mit Interaktivität und Nonlinearität in der Tat technische Neuerungen beschreiben die zum Teil durch Digitalisierung bedingt sind Hieran zeigt sich abermals wie problematisch die Anwendung medienwissenschaftlicher Topoi auf Literatur und digitale Zeichensysteme ist 4 Text von Hypertext zu unterscheiden ist eine computertechnische Konvention die nicht auf einen literaturwissenschaftlichen Textbegriff übertragbar ist Hypertext beschreibt in der Informatik ein Datenbankmodell der assoziativen Organisation von Information im Unterschied etwas zu hierarchischen Topologien wie z B der Ordnerstruktur eines Dateisystems oder zur tabellarischen Anordnung wie z B in einer Adreßdatenbank Wie schon die Projektion von Interaktivität und Nonlinearität vom Film auf die Literatur bedeutet auch der Hypertext für die Literatur eine Scheinneuerung die einen künstlich simplifizierte Textbegriff voraussetzt Indizes Querverweise Fußnoten und selbst Seitenzahlen sind hypertextuelle Strukturen und Werke wie die Bibel Gedichtsammlungen oder Enzyklopädien sind Hypertexte die assoziativ und sprunghaft gelesen werden Aus intertextualitätstheoretischer Sicht ist eine Unterscheidung von Text und Hypertext ohnehin fragwürdig wenn jeder Text jedes Gewebe seine eigenen Querverweise knüpft 5 Digitaler Code ist nicht manipulierbarer rhetorischer oder virtueller als es jeder Text schon immer war Diese These betrifft den Titel dieser Sektion des Germanistentags Virtualisierung Im umgangssprachlichen Gebrauch scheint mir virtuelle schlicht ein Synonym von künstlich zu sein und künstlich zu sein bedeutet für Literatur und Kunst gewiß keine Neuerung In der Computertechnik steht virtuell sehr präzise für die Modellierung eines Hardware Geräts per Software Code Virtueller Speicher ist physisch nicht vorhandener Chipspeicher der per Software auf einen Festplattenspeicher ausgelagert wird Ein virtual device virtuelles Gerät ist eine Schnittstelle im Betriebssystem der eine Hardware Schnittstelle korrespondieren kann aber nicht muß Im Betriebssystem Unix z B löscht man Daten indem man sie auf das virtuelle Nullgerät verschiebt Da Sprache und Literatur selbst nur Code besitzen und keine Geräte gibt es in ihnen nichts zusätzlich zu virtualisieren Literatur ist per se ein System der Virtualisierung durch sprachliche Imagination und hat dies immer auch reflektiert an Don Quijote und seinem Ritter Datenhelm zum Beispiel oder an Werther und Lotte

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  • Index of /all/tilethis
    Parent Directory tilethis tar gz 21 Sep 2005 15 54 13K readme html 13 Aug 2001 01 24 1 3K Changelog 13 Aug 2001 03 26 811 Apache 2 2

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  • tilethis.pl
    the tiling window manager for X11 tilethis simplifies the task of making X11 application tile stick or float under larswm Current release 1 0 beta from May 1 2001 changelog in the sourcecode Installation requirements larswm 7 0 13 Perl xprop part of the XFree86 distribution Installation instructions On the command line type chmod 755 tilethis pl As super user root type mv tilethis pl usr local bin tilethis Usage

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  • Index of /all/transmediale.01-jury_statement
    all transmediale 01 jury statement Name Last modified Size Description Parent Directory jury statement txt 12 Aug 2001 03 32 12K Apache 2 2 22 Debian Server at cramer pleintekst

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  • as writing disruptive code code as attitude There was no rule of thumb for us except that we excluded work we either didn t find interesting as software or which we didn t find interesting as artworks or both We did not award a first price but rather saw the entries we shortlisted as signals signals from where software art departs and where it is tending towards Vexation 1 Randomness is an interesting software art issue There is at the core the many problems of the generation of random pseudo random number sequences Further how are those sequences incorporated into the code To what aspects of the software are they applied Too much randomness deteriorates into noise boring Too little randomness is regular and predictable also boring Dancing along the chaotic edge takes practice and greatly influences the pacing attitude and apparent depth of the software One particularly appetizing flavor off randomness among the entries is exhibited by Vexation1 by Autoine Schmitt While the visual image suffers from predictability a unchanging pong like puck the movement of this puck within the frame is anything but predictable The quirky randomness within the program s restrictions is engaging and is able to keep you guessing far longer than seems likely Audiovisual Environment Suite Audiovisual Environment Suite by Golan Levin was a large and involved entry which took a while to sort through While the software was presented as a a nondescript interactive installation the jury felt the real strength of the work was in the widely experimental nature of the writing The Flocculus software in particular was a beautiful sign of how writing it yourself WIY can open new territory Visiting the author s website http acg media mit edu people golan index html shows his depth of coding and range of experimentation To what will he finally apply all this visual language After making his discovery the author seems less decided as to what to do with the code often putting the choice in the user s hands We think Mr Levin could be more articulate in defining how the software is presented As a source of writing the motion and shape of the Flocculus seems to have already created a rich vocabulary and he could spend more time experimenting with what can be said with it DJ I Robot Okay okay we admit the DJ I Robot is cool and the jury would love to see it perform at the Transmediale festival especially in competition against human DJ s But the reason we choose to mention the DJ I Robot is that it is a clear example of how ideas can be expressed in machine control code The area of overlap between the timing of the machine and musical time is an open ground for improvisation in coding The DJ I Robot software controls the mechanical arm movements of a robot to work turntables spinning them to produce sounds To make the DJ good the timing code must be more

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  • Index of /all/unsichtbare_schrift
    txt 26 Apr 2004 17 53 13K unsichtbare schrift tex 26 Apr 2004 17 53 13K unsichtbare schrift rtf 26 Apr 2004 17 53 16K unsichtbare schrift pdf 26 Apr 2004 17 53 60K unsichtbare schrift html 26 Apr 2004

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  • Unsichtbare Schrift
    oder anders ausgedrückt von Schrift als im strengen mathematisch kryptographischen Sinne codierten Zeichen Die typographische Arabeske bildet den Grenzfall einer Schrift die aus sich selbst herausstrebt und an der Schwelle zum nicht mehr disjunkten und differenzierten Bild ästhetische und poetische Komplexität gewinnt In ihr zeichnet sich somit die maniera und der stilus ab also Manier und Stil im Wortsinne der individuellen Schreibgeste und technik Wie die unsichtbare Tinte in ihrem dialektischen Verhältnis zum sichtbaren Buchstaben ist sie eine Regelüberschreitung die ex negativo die Norm der Schrift als ein durch Alphabet Setzkasten ASCII und Unicode gerastertes System bestätigt In der Schwellenunschärfe von alphanumerischer Codierung und uncodierter Linienführung wie z B in Kalligraphie Figurendichtung und bei Künstlern wie Cy Twombly existiert Schrift immer nur in Referenz auf ihre codierte Lesbarkeit weil sie sonst gar nicht mehr als Schrift wahrnehmbar wäre Dem Exposé dieser Konferenz zufolge erweist sich doch gerade die Sichtbarkeit in ihrer materiellen Dichte als Resistenzphänomen ihrer restlosen Einspeisung in Programme des Codierens und Decodierens doch beschreibt der Begriff der Sichtbarkeit bzw Schriftbildlichkeit diese Resistenz eben nicht erschöpfend wenn Schrift wie bei Kafka und Borges Körper tödlich durchdringt Nicht nur in der Fiktion lassen sich Beispiele solcher Überschreitungen des Sichtbaren der Schrift finden Der amerikanische Experimentalfilmer und Performer tENTATIVELY a cONVENIENCE trägt auf seinem rechten Oberschenkel eine Schrift als eine sich physisch selbst erfüllende Prophezeiung der genetischen Code einer Krebszelle ist in phosphoreszierender radioaktiver Farbe in die Haut tätowiert Eben nicht als Fiktion sondern als Faktum rekonstruiert der amerikanische Germanist Gareth Penn in seinem Buch Times 17 eine Einschreibung durch Tötungen Die bis heute unaufgeklärten Serienmorde des sogenannten Zodiac Killers im Kalifornien der späten 1960er Jahre seien wie er in einer akribischen philologisch kryptologischen Untersuchung zu beweisen versucht das Werk eines kabbalistischen Land Art Künstlers gewesen der mittels der Uhrzeiten und geographischen Koordinaten der Morde seine Initialen MOH Michael O Hare kryptographisch eingeschrieben habe Penns Nachforschungen rufen schließlich den Zodiac Mörder auf den Plan und enden in einem Schachduell der beiden das fernschriftlich über Telefonklingel Codes ausgetragen wird Die Codierung ohne die es Schrift nicht gibt muß also nicht visuell sein Die bekanntesten Beispiele dafür sind Telegraphie wörtlich Tele Schrift im der Elektrizität und der Mechanik Morseschrift und Blindenschrift auf Braille Zeilen oder auch das Blindschreiben auf einer Schreibmaschinen oder Computertastatur Wenn Schrift sich dadurch definiert daß sie codiert ist so ist sie per Implikation auch transkodierbar was es zum Beispiel historisch erlaubt hat Homers Epen von mündlicher Rede auf Handschrift von Handschrift auf Buchdruck und vom Buchdruck auf Computerdateien umzustellen Die symbolische Universalmaschine Computer internalisiert Codierung und Transcodierung als Operationsprinzip schlechthin Dies veranschaulichen zum Beispiel die Arbeiten des Netzkünstlers Vuc Cosic dessen bevorzugtes Material Schriftzeichen im 7 bittigen ASCII Code also dem amerikanischen Schreibmaschinenalphabet sind Gemeinsam mit seiner Künstlergruppe ASCII Art Ensemble schreibt er eine ASCII History of Art for the Blind in der Kunstwerke u a von Duchamp Malewitsch und Warhol zuerst zu ASCII Typogrammen digitalisiert werden um die Buchstaben dann arbiträr auf Bildschirmen oder von Computerstimmen auszugeben theoretisch

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